Als Stadt der Dienstleistung mit nur wenig Industrie hat Wien das Krisenjahr 2009 mit den geringsten Einbußen unter allen österreichischen Bundesländern überstanden. Schmerzlich war der Rückgang der Wertschöpfung um 2,6 Prozent aber dennoch. Wettgemacht wird er im heurigen Jahr jedenfalls nicht werden: Mit einem erwarteten Wirtschaftswachstum von nur etwas mehr als einem Prozent ist die Wiener Konjunktur noch lange nicht im jenem Tempo unterwegs, wie sie für einen spürbaren Aufschwung und eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes notwendig wäre. Wiens Wirtschaft wächst heuer maximal im Österreich-Schnitt und wird den Wachstumsvorsprung des letzten Jahres damit verlieren. Der Grund: Was sich in der Krise als Stärke erwiesen hat – nämlich die starke Diestleistungsorientierung -, wird nun zum Nachteil. Denn die rasche Erholung der Weltmärkte kommt in anderen Bundesländern wesentlich rascher an als in Wien. „In Wien müssen daher jetzt verstärkte Wachstumsimpulse gesetzt werden, um den bisherigen Vorsprung nicht zu verlieren“, sagt Wirtschaftskammer Wien-Präsidentin Brigitte Jank. Konkret fordert Jank eine Investitionszuwachsprämie, um die stagnierende Investitionstätigkeit der Wiener Betriebe in Schwung zu bekommen, und einen Handwerker-Bonus. „Wir brauchen Maßnahmen, die die Wirtschaftsleistung steigern, um neue Steuereinnahmen zu generieren und den Arbeitsmarkt entlasten. Was wir nicht brauchen, sind neue Belastungswellen durch Bund und Land, die die Wirtschaft in ihrer schwierigen Lage weiter bremsen und behindern“, so Jank.
Wie aus einer aktuellen Konjunkturumfrage unter den Wiener Wirtschaftstreioptimistisch. 59 Prozent der Betriebe schätzen ihre künftige Geschäftslage als unverändert ein (Mai 2009: 60 Prozent), 26 Prozent rechnet mit einer besseren Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten (Mai 2009: 16 Prozent). Von einer Verschlechterung der Lage gehen immer noch elf Prozent aus, vor einem Jahr blickten doppelt so viele pessimistisch in die Zukunft.
WKO-Wien



